


Über Blumen von hier & jetzt

Das hier ist in erster Linie ein von mir innig geliebtes Fleckchen Erde (augenzwinkernd „Candyland“ genannt) im Ammerland bei Oldenburg, auf dem ich lebe, gärtnere und arrangiere. Von hier stammen die Blumen, Blätter, Gräser, Zweige, Kräuter und Früchte, mit denen ich arbeite. Die allermeisten begleite ich vom Samenkorn bzw. von der Zwiebel oder der Knolle bis zum fertigen Strauß.

Dabei erlebe ich sehr intensiv, welchen Einfluss die Jahreszeiten und das Wetter auf die Pflanzen nehmen und wie sich der Garten Woche für Woche verändert. Diese Veränderungen in der Umwelt spiegeln sich auch in meinen floralen Designs. Ich verwende das, was jetzt wächst und Saison hat und lasse mich von der Natur um mich herum inspirieren.




Der Garten und das Gärtnern
Candyland ist ein strukturreiches 2,5-Hektar-Grundstück mit Wald, Wiese, Streuobstwiese, Beeren-, Stauden- und Schnittblumengarten sowie einem Reetdachhaus aus dem Jahr 1750 und einem Nebengebäude mit kleiner Werkstatt – eine alte Hofstelle, auf die es mich vor ca. zehn Jahren verschlagen hat. Auch wenn die tatsächliche Anbaufläche für Schnittblumen bei Weitem nicht mit Gärtnereien mithalten kann, kommt mir selbst das Land riesig vor und ich bin dankbar für die unglaubliche Fülle an Pflanzen und Materialien, die es mir bietet. Der Boden ist schwer und für etwa sechs Monate im Jahr sind Gummistiefel die genau richtige Fußbekleidung für den Garten und Streifzüge durch Wald und Wiesen.

Hier fühle nicht nur ich mich pudelwohl, sondern auch die Tierwelt – neben Dackel Fritzi sind da Schleiereulen und Fasane, im Frühjahr ein Stockentenpaar und im Sommer Schwalben, allerlei Amphibien und Insekten sowie Hasen und auch Rehe, echte Feinschmecker, die es lieben, an Rosen, Phlox, Tulpenblüten oder frischen Austrieben der Blasenspiere zu knabbern und ihr Gehörn an neu gepflanzten Bäumchen zu fegen. Da ich nicht alles einzäunen kann und will, pflanze ich zwischen die Blumen sehr viel Allium, dessen Geruch die Rehe nicht mögen, der aber von Insekten geliebt wird. Im Wald und auf den Streuobstwiesen haben die Rehe freie Bahn und obwohl sie den Zaun, der meinen Schnittblumengarten umgibt, locker überwinden könnten, tun sie es nicht. Wir arrangieren uns; jeder lässt dem anderen, was er zum Leben braucht.



Nachhaltigkeit
Schnittblumen, die regional – hier – angebaut und saisonal – jetzt – geerntet und verwendet werden, haben keine langen CO2-verursachenden Transportwege hinter sich und sind frisch, auch ohne künstliche Zusätze.
Ich verwende im Anbau keine Pestizide und setze nur organischen Dünger ein – da profitieren nicht nur Boden, Wasser und Lebewesen in Garten und Umgebung, sondern auch meine Kund:innen, die sich mit einem Blumenstrauß keine giftigen Stoffe ins Haus holen. Auch beim Verarbeiten der Blumen achte ich auf den Einsatz umweltfreundlicher, wiederverwendbarer oder gut recycelbarer sowie gesundheitlich unbedenklicher Materialien. Steckschaum, Glanzspray und Klarsichtfolie kommen hier nicht zum Einsatz.

Blumen müssen bei mir keiner Norm entsprechen, keine standardisierte Stiellänge, Blütengröße oder -anzahl aufweisen. Sie sind ganz überwiegend unmittelbar dem Wind und Wetter ausgesetzt und wachsen manchmal kürzer, länger, in einem Bogen oder einfach ein bisschen wild – eben Blumen mit Charakter. Bei mir landen sie nicht in der Tonne, sondern finden genau ihren Platz in einem Strauß und verhelfen diesem damit zu einem unverwechselbar natürlichen Look, den um die halbe Welt gereiste Blumen vom Großmarkt nicht bieten können.

- Flower Arranging Workshop Class 2025, Floret, Mount Vernon
- Elements of Design, AESME Studio, London
- Bouquets, AESME Studio, London
- Botanical Installations, AESME Studio, London


